FR DE

Was ist Spielsucht?

Beschreibung der Störung

Spielsucht ist eine seit den 1990er-Jahren von der WHO anerkannte psychische Störung. Der DSM 5 (diagnostischer und statistischer Leitfaden psychischer Störungen) ordnet diese Sucht unter die Abhängigkeitsstörungen ein, zu denen beispielsweise auch Alkohol- oder Drogensucht gehören. Spielsüchtige leiden häufig noch an weiteren Abhängigkeiten wie beispielsweise Alkohol-, Tabak-, Medikamenten- oder Drogensucht.

 

Wichtige Zahlen
  • Behandlungsbeginn circa 5 Jahre nach dem Auftreten der Spielprobleme

Spielsüchtige beginnen circa 5 Jahre nach dem Auftreten der Spielprobleme mit einer Therapie. Während dieser Latenzzeit werden die finanziellen, sozialen und gesundheitlichen Folgen gravierend, denn die Spieler geraten schnell in eine Spirale, aus der sie nicht mehr entkommen können, auch wenn sie glauben, ihre Situation unter Kontrolle zu haben.

 

  • 21 Casinos in der Schweiz und mehr als 46'000 ausgeschlossene Personen

Das Glücksspielangebot in der Schweiz ist in den letzten Jahren immer grösser geworden, namentlich seit der Einführung der Casinos im Jahr 2000. Es gibt 21 aktive Casinos und auch die Zahl und die Vielfalt der Lotteriespiele steigt. Diese Tatsachen haben die Behörden dazu bewegt, Gesetze und Vorschriften zu erlassen (Bundesgesetz über Glücksspiele und Spielbanken 1999 und interkantonale Vereinbarung über die Lotterien und Wetten im Jahr 2006). Die Westschweizer Kantone haben beschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und ein interkantonales Programm gegen Spielsucht (programme intercantonal de lutte contre la dépendance au jeu, PILDJ) ins Leben zu rufen. Das Mandat wurde dem Groupement Romand des Études sur les Addictions (GREA) anvertraut.

 

  • Die sozialen Kosten in Verbindung mit Spielsucht liegen zwischen 551 und 648 Millionen Schweizer Franken pro Jahr

Es handelt sich um zusätzliche Gesundheitskosten, Produktionsausfallkosten und Kosten im Zusammenhang mit dem gesundheitsbedingten Verlust von Lebensqualität. Die sozialen Kosten pro spielsüchtiger Person und pro Jahr liegen zwischen 15'000 und 17'000 Franken.

Gesetzliche Grundlage

Seit dem 01.01.2019 sind das Geldspielgesetz (BGS) und die dazugehörigen Verordnungen in Kraft. Das BGS löst das Spielbankengesetz vom 18. Dezember 1998 und das Lotteriegesetz vom 8. Juni 1923 ab. Mit dem BGS werden die folgenden vier Hauptziele angestrebt:

  • Die Bevölkerung soll angemessen vor den Gefahren geschützt werden, die von Gelspielen ausgehen, dazu zählt insbesondere die Gefahr vor exzessivem Geldspiel;
  • Die Geldspiele sollen sicher und transparent durchgeführt werden;
  • Die Reingewinne aus Lotterien und Sportwetten sollen vollumfänglich und in transparenter Weise für gemeinnützige Zwecke verwendet werden;
  • Ein Teil der Bruttospielerträge der Spielbanken wird zugunsten der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung verwendet.

Das BGS erlaubt neu die bisher verbotene Durchführung von Online-Spielbankenspielen.

 

Gesundheit Förderung Wallis (GFW)
Rue de Condémines 14 Case postale 1951 Sitten +41 (0)27 329 04 29
Folgen Sie uns
Indem Sie die Website weiterhin nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu, um die Nutzererfahrung zu verbessern und Besucherstatistiken zur Verfügung zu stellen.
Rechtliche Hinweise lesen ok